Teamphilosophie

Lässt sich Erfolg an einer Zahl bemessen? Am Gehalt, an der Anzahl der Besucher, dem Tabellenplatz? Ergebnis des gemeinsamen Überlegens beim Team im Nachbarschaftsladen war: Auf eine Zahl von Besucherinnen und Besuchern in offenen Treffs oder bei Themenabenden fixiert sein, raubt Kräfte, die für anderes benötigt werden.

Was zählt, ist die Gegenwart. Jeder, der ein Anliegen einbringt oder sich für den Nachbarschaftsladen engagiert, macht es ehrenamtlich und freiwillig. Jeder Besucher oder Interessent kommt aus freien Stücken. Sich wohlfühlen, anderen begegnen, etwas für sich oder den Stadtteil erreichen wollen, sind die Voraussetzungen für die Lebendigkeit eines offenen Treffs. Ohne damit Entwicklungen und Ziele aus dem Auge zu verlieren, wird so der Weg zum Ziel selbst. Dies wird deutlich, wenn etwa eine Seniorin zu ihrer Tochter sagt: “Donnerstag ist Seniorentag, da gehe ich gerne hin und kann keinen anderen Termin machen!” Oder wenn ein Besucher anmerkt, ein gutes Gespräch geführt zu haben.

Dieses Prinzip gilt auch und gerade für das Mitarbeiterteam. Im Team geht man den Weg nicht alleine, sondern zusammen mit anderen. Sich für die Mitarbeit im Ladenteam zu entscheiden und für einen Bereich Verantwortung zu übernehmen, bestimmt jeder selbst, auch wie weit er diesen Weg geht und mitgeht. Umso wichtiger ist, daß sich alle im Team wohlfühlen und in ihrer Arbeit bestärkt werden. Dazu gehören Respekt voreinander, Vertrautheit die Sicherheit gibt sowie die Möglichkeit, offene Fragen und Probleme einzubringen und Lösungen durchzuspielen.

Und was die Zukunft des Nachbarschaftsladens – den dritten Punkt – betrifft, so bringt ihn nur Offenheit voran. Die Mitarbeiter des Nachbarschaftsladens besitzten keine dauerhalfte Gewissheit, auf was es in Nachbarschaft oder in einem offenem Treff ankommt, sondern suchen eine neue, andere Nachbarschaft, in die sich einbringen möchten. Im Team treffen sich Menschen, die den Stadtbezirk wachsen lassen möchten. Er wird Umschlagplatz von Ideen und Werkstatt für Vorhaben. Dies macht den einzelnen lebendig, so daß er auch andere lebendig machen kann. So wird das Team auch zur Kontaktbörse zwischen Personen, zwischen “Alten” und “Neuen”.